Augmented Reality – auch ein Thema für Immobilien-Unternehmen

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Augmented Reality ist unter den technologischen Entwicklungen das grosse Trendthema. In den letzten Jahren wurde sie bereits in den verschiedensten Bereichen angewandt, einschliesslich im Bau und Immobiliensektor. Soufian Mahlouly, CEO von Furinkazan und Schöpfer von Opticale, einem Game, das sich einen Namen für die qualitativ hochwertige Integration von Augmented Reality gemacht hat, erläutert im Gespräch mit lifetimedesign.ch die Möglichkeiten und das Potenzial der neuen Technologie. Neben der Anwendung in Games passt Augmented Reality perfekt in den Immobiliensektor. Soufian Mahlouly reflektiert über eine Entwicklung, von der wir bestimmt noch viel hören werden.

lifetimedesign.ch: Herr Mahlouly, Sie haben das Game Opticale entwickelt, beim dem sowohl die Geolokalisierung als auch die Augmented Reality verwendet werden. Können Sie unseren Leserinnen und Lesern erklären, was Augmented Reality ist und wie sie in Games und weiteren Applikationen angewendet wird?

Soufian Mahlouly: Die Augmented Reality ist eine Möglichkeit, Informationen zu dem, was wir durch die Smartphone-, Tablett- oder Computer-Kamera sehen, hinzuzufügen. Diese Informationen können sehr unterschiedlich sein: Beispielsweise der Name eines Berges, der sich vor uns erhebt oder ein dreidimensionales Objekt auf dem Couchtisch in unserem Wohnzimmer. Das Gerät erkennt die Umgebung, in der wir uns befinden und kann spezifische Objekte hinzufügen. Augmented Reality kann fix angewendet werden. Beispielsweise, wenn Sie eine Applikation anwenden, um eine Sternenkonstellation zu erkennen oder zufällig, um etwas erscheinen zu lassen, dass sich in unserer Umgebung bewegt.

Wie alle Technologien ist die Augmented Reality ein Werkzeug, das ganz verschiedene Anwendungen zulässt. Es liegt an uns, wie wir sie anwenden. Die unendlichen Möglichkeiten in der Anwendung werden nur durch unsere Vorstellungskraft limitiert.

lifetimedesign.ch: Das Spiel Pokemon Go, das keiner weiteren Vorstellung bedarf, war so erfolgreich, dass es schon fast als ein gesellschaftliches Phänomen bezeichnet werden darf. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Soufian Mahlouly: Obwohl niemand einen solchen Erfolg erwartet hatte – nicht einmal die Schöpfer des Spiels – war der Erfolg in erster Linie auf die Tatsache zurückzuführen, dass Augmented Reality auf eine ganz neue Art und Weise angewendet wurde, die jedoch perfekt zum Konzept des Games passt. Ein Pokemon in der realen Welt zu fangen, war der Traum vieler User, die das Game früher mit der Konsole gespielt hatten und damit aufgewachsen waren. Mit keiner anderen Spiellizenz hätten so viele begeisterte Nutzer angesprochen werden können.

Mit Opticale hatten wir die Absicht, ein «lebensgrosses» Abenteuer zu schaffen, in dem der User sowohl mit seiner realen Umgebung als auch einer ihm unbekannten Welt interagieren kann. Auch wenn die verwendeten Technologien die User begeistern, geschieht die Bindung durch die Komplexität des Universums und der Geschichte sowie durch die Grafik des Games. Als Pokemon Go lanciert wurde, arbeiteten wir bereits einige Jahre an unserem Game und wir wären gerne die ersten gewesen. Aber Pokemon Go hat ein neues Marktsegment geschaffen und den Usern gezeigt, wie die Technologie funktioniert.

Somit war der Erfolg von Pokemon Go eine grosse Chance für uns. Das Universum von Opticale ist reifer und tiefgründiger und konnte deshalb die Aufmerksamkeit der User, für die Pokemon Go zu kindisch war, auf sich ziehen. Ebenfalls war Opicale für diejenigen User attraktiv, die zwischen Smartphone und der realen Welt eine mit mythischen Wesen bevölkerte Parallelwelt erkunden wollten. Wir hoffen, dass wir uns mit dem einmaligen Erlebnis, das Opticale bietet, als Mitbewerber von Pokemon Go positionieren konnten.

lifetimedesign.ch: Glauben Sie, dass Augmented Reality seinen Platz in der Immobilienwirtschaft haben kann, im Bau oder in anderen Bereichen?

Soufian Mahlouly: Augmented Reality hat in allen Bereichen ein Potenzial. Was zählt, ist, ob man für sie eine nützliche und interessante Anwendung findet und ob man das Know-how für eine sinnvolle Integration besitzt. Augmented Reality hat hat seine Wirksamkeit im Immobilienbereich bereits unter Beweis gestellt und wird produktiv und intelligent verwendet. Zum Beispiel ist es in der Architektur oder Innenarchitektur bereits möglich, ein eingebettetes Objekt in einem spezifischen Wohnraum zu visualisieren. Dank der 3D-Modellierung können die zukünftigen Besitzer ihr Haus noch vor dem Bau begutachten. Heute muss sich ein Käufer vor der finalen Entscheidung ein präzises Bild machen können.

 

Augmented Reality vereinfacht und beschleunigt somit den Prozess der Entscheidungsfindung. Beim Verkauf von Immobilien stellt sie sowohl für den Architekten wie auch für den Käufer ein grosses Plus dar. Der Architekt kann sein Projekt anpassen, um die individuellen Bedürfnisse seines Kunden zu erfüllen. Der Käufer erhält mit ein paar wenigen Klicks eine klare Vorstellung vom Ergebnis.

lifetimedesign.ch: Wie können die Akteure der Immobilienbranche nun ganz konkret die Augmented Reality sinnvoll in ihre Arbeit integrieren?

Soufian Mahlouly: Der Architekt, Entwickler oder sogar die Immobilienagentur kann die Dimensionen eines Raumes individuell anpassen. Der Vorteil liegt in der Möglichkeit, projektübergreifende Konzepte, wie beispielsweise virtuelle Touren, zu integrieren. Um sich unter diesen Voraussetzungen eine klare Vorstellung einer Immobilie machen zu können, braucht es keine Terminvereinbarung und keine Begehung vor Ort. Die Visualisierung wird die Basis für die Kaufentscheidung sein – ob Appartement oder Villa. Immobilienagenturen im Highend-Segment investieren auch immer häufiger in die 3D-Modellierung ihrer Objekte, um Immobilien einfacher im Ausland verkaufen zu können.

Damit potenzielle Käufer sich ihr zukünftiges Zuhause visualisieren können, hat ein brasilianisches Immobilienunternehmen beispielsweise ein ganzes Gebäude in 3D modelliert, mit dem Ergebnis, dass an einem Wochenende alle Wohnungen verkauft wurden.

lifetimedesign.ch: Wird diese Technologie aufgrund der bestimmt hohen Kosten nur in gewissen Bereichen zur Anwendung kommen?

Soufian Mahlouly: Ich denke, dass die Integration allen Unternehmen offen steht und die Kosten nicht exorbitant sein müssen. Wenn gut genutzt, hat Augmented Reality das Potenzial, einen phänomenalen Return on Investment zu erzeugen, indem sie den Entscheidungsprozess markant beschleunigt. Was Immobilien im Luxussegment betrifft, wird es sehr interessant sein, in eine qualitativ hochwertige 3D-Modellierung zu investieren, so dass sich der potenzielle Käufer in jeden Winkel seines zukünftigen Zuhauses projizieren kann. Für kleinere Objekte kann ich mir durchaus vorstellen, dass ein Objekt nicht im Detail modelliert wird, sondern in reduzierter Form im Showroom oder einer Vitrine gezeigt wird. Doch eines ist klar: Da die Anwendung von Augmented Reality noch nicht verbreitet ist, löst sie bei den potenziellen Käufer erst einmal einen Wow-Effekt aus.

lifetimedesign.ch: Wo liegen die Grenzen dieser Technologie und wie wird sich Augmented Reality weiterentwickeln?

Soufian Mahlouly: Die einzige Grenze ist der Bildschirm des Smartphones oder des Tablets, da Augmented Reality nur über diesen wahrnehmbar ist. Heute sind diese leistungsfähigen Geräte überall verfügbar. Spezialisten und Software stehen bereit, um die stark wachsende Nachfrage zu decken – auch aus dem Immobilienbereich.

Die Technologien werden sich laufend verbessern und dabei immer die Interessen des Anwenders im Auge behalten. Für den Anwender heisst das, dass immer realistischere Bilder immer eindrücklichere Erlebnisse ermöglichen. Neben dem Immobiliensektor wird sich beispielsweise in der Medizin die Erfolgsquote bei Operationen durch Augmented Reality erhöhen. Weil heute die Augmented Reality ihre Anwendbarkeit auch ausserhalb der Game-Welt unter Beweis stellt, wird sie uns wohl auch in Zukunft begleiten.

lifetimedesign.ch: Herr Mahlouly, wir bedanken uns für dieses interessante Gespräch.

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Mélina Neuhaus
Mélina Neuhaus

Co-fondatrice et directrice de communication/relations publiques Elitia Communication