Design Thinking

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„Design Thinking“ – ein Schlagwort, welches in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewann. Nicht nur in den klassischen Designbranchen, sondern vermehrt auch in anderen Bereichen der Wirtschaft.

Ziel des Ansatzes ist es, Lösungen zu finden, die aus Nutzersicht überzeugend sind. Die Designer stellen sich beim Entwicklungsprozess immer wieder die Frage, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung auf die Ansprüche der Konsumenten abgestimmt werden kann. In diesem Zusammenhang bekommt auch der Begriff Innovation eine weitere Bedeutung: Innovation ist, wenn man die Nutzer gekonnt in den Mittelpunkt stellt und für seine Bedürfnisse gestaltet, wenn man mit dem Produkt eine interessante Geschichte erzählt oder wenn man auf seine Kunden mit pfiffigen Dienstleistungen und Kundenerlebnissen zugeht. Schön sind bei DesignSchenken immer wieder Labels dabei, die diese Ansätze in ihrem Arbeitsalltag umsetzen. Die Ideen entwickeln und manchmal auch wieder verwerfen, um sie nochmals neu zu denken. Sie überraschen unsere Besucher und mich immer wieder mit cleveren Ideen und neuen Ansätzen.

 

VIVE PRODUCTS

David Bächtold von VIVE PRODUCTS bin ich zum ersten Mal auf der Crowdfounding Plattform WEMAKEIT begegnet. Als wir dort im letzten Sommer die Campagne für unser 9×9 Buch starteten, war er zur gleichen Zeit mit seiner neuartigen Zitronenpresse auf der Plattform präsent. Das clevere Produkt mit seiner schönen Ästhetik hat mich ebenso überzeugt, wie sein professioneller Auftritt bei WEMAKEIT. Kurz darauf durfte ich David auch persönlich kennen lernen – per Zufall während einer Besprechung mit unserem Satellitenpartner Neustahl. Für mich war gleich klar, dass er als Luzerner mit seinen innovativen Pressen beim DesignSchenken mit dabei sein muss. Um sein Produkt optimal zu präsentieren, gaben wir ihm am Standort Rössligasse gleich den Platz neben dem Lavabo und so zeigte er unseren Besuchern 3 Tage lang, wie man mit der präzisen Anwendung der Presse mehr Saft aus Zitronen und Orangen holen kann. Die beiden Pressen wurden mit viel Geduld, Exaktheit und Herzblut entwickelt. Hunderte von Zitronen und Orangen wurden geopfert, um die Funktionalität, das Design und die Nachhaltigkeit des Produktes zu optimieren. Der Griff ist aus geöltem Olivenholz und der Presskopf aus Porzellan gefertigt. Produziert werden die Pressen in der Schweiz.
www.vive-citrus.ch

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iNDiZ

Das Basler Rucksacklabel iNDiZ war im letzten Jahr zum ersten Mal Aussteller bei DesignSchenken. iNDiZ gestaltet zeitlos-schöne Rucksäcke, die gleichzeitig praktisch, formschön, robust und angenehm zu tragen sind. Was bei der Messe oder auch auf ihrem Online-Shop besonders heraussticht, ist aber ihre Preispolitik. Alle fünf Modele sind nämlich mit zwei verschiedenen Preisen ausgeschildert. Dies leitet sich daraus ab, dass der Kunde selbst entscheiden kann, ob er seinen Rucksack „made in Switzerland“ haben möchte, oder ob er sich für die Produktion im Ausland entscheidet.

So kostet zum Beispiel das Modell „Simone“ 245 CHF bei der Produktion im Ausland und 745 CHF bei der Herstellung in der Schweiz. Diese transparenten Preisangaben stellen auf eine simple und zugleich clevere Weise die anfallenden Kosten in Relation und zeigen dem Konsumenten auf, welche Aspekte den Preis von einem Produkt hauptsächlich beeinflussen. Somit kann jeder Interessent selbst entscheiden, ob ihm die Schweizer Produktion etwas wert ist. Zudem kann das Label auf diese Weise ein breiteres Publikum ansprechen – mit der „Zweipreispolitik“ ist der Rucksack für eine breitere Bevölkerungsschicht erschwinglich. Nicht zuletzt übernimmt das Label mit diesem Ansatz auch eine Vorreiterrolle – sie offerieren dem Konsumenten zwei Varianten und binden ihn in die Verantwortung mit ein.

Natürlich ist es für Iris und Andri – die beiden Köpfen hinter iNDiZ – wichtig, dass ihre Produkte auch im Ausland fair hergestellt werden. Sie arbeiten dafür mit dem koreanischen Produzenten Dong In zusammen. Gefertigt werden die Rucksäcke auf den Philippinen (in Europa liess sich kein Partner finden, welche noch Rucksäcke in Kleinstserie herstellt). Iris konnte die Firma mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber besuchen und kann für die fairen Arbeitsbedingungen vor Ort garantieren.
www.indiz.ch

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Gilda Kaffeemaschinen

2013 war das Team von GILDA Kaffeemaschinen zum ersten Mal beim DesignSchenken mit dabei – in der Zwischenzeit sind sie unsere Büro-Nachbaren in der Kreativfabrik Bodoni. Nebst der hochwertigen und eleganten Kaffeemaschine, ergänzt die Kaffeemühle das Sortiment von GILDA.

In beiden Produkten steckt hohe Ingenieurskunst und detaillierte Designarbeit. In der täglichen Handhabung ist die Maschine dafür unkompliziert und trotzdem präzise. Die Entstehungsgeschichte der Kaffeemaschine ist sozusagen ein Paradebeispiel des „Design Thinking“ Ansatzes: Marco Tschümperlin ist eigentlich Ingenieur. Auf die Idee mit der Kaffeemaschine kam er, als die alte private Maschine kaputt ging und er kein Nachfolgemodell fand, welches seinen Ansprüchen genügte. Zusammen mit Beat Troxler begann er daraufhin selbst, an einer Kaffeemaschine zu tüfteln. Somit fungierte er sowohl als Entwickler sowie als Zielkonsument. Die Kaffeemaschine sowie die Mühle vereinen verschiedene neuartige Funktionen (Temperaturregulierer für Wasser und Dampf, ein hochpräzises Mahlwerk) mit einer zeitlosen Ästhetik.
Und das Wichtigste: Der Kaffee schmeckt wunderbar! So dass wir ihn sehr gerne auch an unseren 9×9 Workshops servieren.
www.gilda.swiss

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Franziska Bründler
Franziska Bründler

Berichtet über kreative Produkte und ihre persönlichen Erlebnisse mit (jungen) Designer aus der Schweiz, und ist die Gründerin des Labels Fidea Design, www.fideadesign.com.