Fast jedes Stück ein Unikat

Intertime

Bei Intertime kommen Innovation, Know-how, höchste Qualitätsansprüche und Kundenorientierung zusammen. Ein Besuch im Aargauer Surbtal, wo seit über 50 Jahren Polstermöbel «swissmade» produziert werden.

In jedem Büro, jedem Hotel oder Haushalt steht ein Sofa, eine Sitzlandschaft oder zumindest ein komfortabler Stuhl. Wer Wert auf ein Schweizer Produkt legt, hat nur ganz wenige Anbieter zur Auswahl. Einer davon ist Intertime. Hier ist Johannes Weibel, Sohn des Firmengründers, Creative Director. Zusammen mit seinem Bruder leitet er das Unternehmen. Im sehr modern gestalteten Showroom am Fabrikationsstandort laden die verschieden Modelle zum Probesitzen ein. Es riecht fein nach Leder und eine Gruppe von Fachhandelspartner begutachtet an diesem Montagmorgen die Vielfalt der Möglichkeiten.

Inwiefern denn Intertime vom Swissness-Boom profitiere, möchte ich von Johannes Weibel wissen: «Das Interesse an der Produktion hier in Endingen ist gross. Die Leute sind begeistert, dass in unserer Zeit noch Polstermöbel in der Schweiz hergestellt werden und nehmen sich Zeit für eine Besichtigung der Produktion», zeigt sich Johannes Weibel erfreut.

Intertime produziert nur auf Bestellung über den Fachhandel. Fast jedes Stück ist ein Unikat. Bei den Bezugsmaterialien, Dimensionen und der Polsterung gehen Johannes Weibel und sein Team ganz auf die individuellen Wünsche der Käuferinnen und Käufer ein. Produziert wird auf der Basis von Halbzeugen, die nach den Spezifikationen von Intertime hergestellt werden. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Intertime-Produkten ist, dass die Polsterung ebenfalls kundenspezifisch aufgebaut werden kann. So gestaltet sich etwa eine Sitzfläche je nach Bedürfnis härter oder weicher.

Der hohe Grad der Individualisierung zeigt sich auch bei Bezugsstoffen, die nicht etwa in ein paar Farben bestellt und gelagert werden, sondern on time von den Fabrikanten je nach Kundenwunsch geliefert werden. Anders sieht es beim Leder aus: Im Lederlager hängen edle Rinderhäute in verschiedenen Qualitäten und Farben im Wert von rund einer halben Million Schweizer Franken.

Wieviel Handarbeit trotz Hightech-Fertigung in einem Intertime-Produkt steckt, wird mir beim Gang durch die Fertigungshalle bewusst. Von den rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten 38 in der Produktion und machen aus Holzgerüsten, Metallfüssen, Schaumstoffwürfeln in verschiedenen Härten, Fliessen, Matten, Stoff und Leder massgeschneiderte Sitzmöbel. Es ist eine Kombination zwischen bewährten Maschinen, wie etwa den manuellen Nähmaschinen, die für eine Vielzahl von verschiedenen Nähten, Keder und Raffungen eingesetzt werden, und raffinierten neuen Technologien. So liegt auf einem grossen Arbeitsbereich vor der Schneidemaschine ein riesiges Stoffstück, das später in Millimeterpräzision mit Wasserstrahl in die Teile für Futterstoff und Bezüge geschnitten wird. Naturmerkmale im Leder werden von Hand mit einem digitalen Eingabegerät markiert. Der Computer erfasst deren Koordinaten und errechnet die optimale Auswertung des wertvollen Materials.

Eine Lieferkette, in der jeder Produzent bekannt ist und die Erfassung von Durchlaufzeiten tragen zu einem Qualitätsmanagement auf höchstem Niveau bei. Somit ist es kaum verwunderlich, dass höchstens ab und zu die externe Spedition eine Quelle für Mängel ist. Aber auch daran wird konstant gearbeitet und so verlassen täglich die 15 – 20 Kommissionen das Werk in einer ausgeklügelten Spezialverpackung. Wer einmal gesehen hat, mit welcher Präzision und Hingabe in Endingen produziert wird, der versteht, dass diese Sitzmöbel eine nachhaltige Investition für die nächsten 15 – 20 Jahre sind.

Prototyp innert 24h

Da das Herstellen eines Prototypen einen Schritt in der Entwicklung eines neuen Produktes darstellt, ist Intertime, die jährlich mindestens eine Neuheit an der imm Cologne präsentiert, auch in der Lage innert 24 h Stunden Prototypen für den Objektbereich herzustellen. «Polsterarbeiten nach Kundenvorstellungen, beispielsweise für Büros oder Hotels, sind ein Bereich, für den wir ein weiteres Potenzial sehen», sagt Johannes Weibel im Gespräch. Ebenfalls Wachstumsmöglichkeiten ortet der Unternehmer in den Auslandsmärkten. «Die Schweiz ist mit einem Anteil von 85 % nach wie vor unser Kernmarkt. Exporte gehen vorwiegend nach Deutschland und Österreich sowie in Beneluxländer. Vor allem in den Beneluxländer sehen wir noch Marktpotenziale.»

Verbindung von Ästhetik und Funktionalität

Obwohl Intertime in der jüngsten Vergangenheit immer wieder als Gewinner von Designpreisen und durch die Zusammenarbeit mit namhaften Designern auf sich aufmerksam gemacht hatte, ist es Johannes Weibel wichtig, dass Intertime nicht primär als designorientierte Schweizer Marke wahrgenommen wird: «Es ist immer die Verbindung zwischen einer schlichten, zeitlosen Formensprache und einem intelligenten Innenleben, die Intertime charakterisieren», und präsentiert im Showroom von Intertime, was das bedeutet. Bei ganz vielen Modellen wird in wenigen Handgriffen aus einem stylischen ein praktisches, aus einem praktischen ein gemütliches Sofa. Es sind Stücke, die sowohl dem «Couchpotatoe» wie dem Ästheten in uns Freude bereiten und deshalb auch so sympathisch sind.

Fachhändlersuche:
www.intertime.ch/fachhaendler

Projektierung und Ausführung von Polsterarbeiten für den Objektbereich, beispielsweise für Büro- oder Hoteleinrichtungen sowie für Spitäler und andere öffentliche Bereiche.

Patrick Buser, Objektberater

p.buser@intertime.ch

 

 

Stephanie Steinmann
Stephanie Steinmann

als freischaffende Bloggerin in Männedorf ZH tätig