Design: Randerscheinungen im Mittelpunkt

Limited Editions: in der Autoindustrie ein Verkaufsförderungsinstrument, im Designbereich hoch im Trend.

„Kunst zum Gebrauch“ oder “Design Art”, wie diese Stücke von den Auktionshäusern auch genannt werden, ist ein zeitgeistiges Phänomen im Möbeldesign und liegt schwer im Trend. Eine Kategorisierung in Teilbereiche ist schwierig, Literatur über dieses relativ neue Phänomen spärlich vorhanden. Die renommierte Designjournalistin Sophie Lovell unterteilt den Markt in Prototypen, Einzelanfertigungen und limitierte Editionen.

Sie werden hergestellt von Designern, die ausserhalb des industriellen Produktionssystems Möbelobjekte herstellen“, so Lovell. „Auch wenn manche von ihnen die gleichen Massstäbe ansetzen und die gleichen Werkzeuge und Materialen verwenden wie für die Massenproduktion, gibt es eine neue Generation von Individualisten, die am Rande dieses Systems arbeiten.“ Viele Designer, so Lovell, sähen sich als Forscher, welche die Möglichkeiten und Grenzen von Materialen, Arbeitsprozessen und Medien ausloten. Auf der Nachfrage-Seite gibt es immer mehr Galeristen, Mäzene und Kuratoren, die solche Experimente unterstützen. Wer seiner Einrichtung einen wirklich exklusiven Touch verleihen möchte, wird deshalb heutzutage in diesem Bereich fündig.

Der Däne Rasmus Fenhann beispielsweise, ist einer dieser Designer von exklusiven Stücken aus Skandinavien, die gegenwärtig sehr gefragt sind. Er stellt Möbel her – einfach, geradlinig und handwerklich perfekt, unabhängig von Zeitgeist und Mode-erscheinungen. Es sind Werke, die Zeitlosigkeit mit skandinavischer Modernität verbinden.

Fenhann ist Absolvent der Danmarks Design School und hat sich in Japan und Paris weitergebildet. Wenn Fenhann nicht gerade „feine Holzarbeiten“ für Einzelkunden macht, widmet er sich dem zeitgenössischen „Möbeldesign“. Auch in diesem Bereich will er seine Begeisterung für die Einzigartigkeit der Werkstoffe auskosten, die Ergebnisse finden sich als Einzelstücke oder in limitierten Editionen wieder, wie etwa der „Laptop Loungechair“ aus dem Jahr 2010. Hier steht tadellose Verarbeitung, Respekt vor den verwendeten Materialen und Klarheit der Form im Vordergrund. Neben der gepolsterten Sitzfläche findet sich in angenehmer Position auf der linken Seite eine feste Ablage, auf der ein Laptop gut Platz findet. Man kann auf dem Sitzmöbel sehr bequem arbeiten, den Bildschirm des Computers stets auf Augenhöhe.

Der Entwurf wurde auf der Kopenhagener Designausstellung Code 2010 erstmals präsentiert. Auch mit anderen Modellen aus seinem Design-Programm forciert Fenhann einen zeitgemäßen Auftritt. Sessel, Hocker, Tische in Hexagon-Form zeigen eine Vorliebe für ungewöhnliche geometrische Ideen. Fenhann wird von der Pariser Galerie Maria Wettergren in Paris vertreten.

Stephanie Steinmann

als freischaffende Bloggerin in Männedorf ZH tätig